"Netto Null!...?"

29.11.2019

Kürzlich nahmen Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsstelle an der 9. «Fachtagung des gemeinnützigen Wohnungsbaus» zum Thema «Netto Null!…?» teil. «Netto Null» bedeutet: Nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausstossen, als durch natürliche und technische Speicher wiederaufgenommen werden kann. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist der komplette Ersatz von fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas, Kohle durch nachhaltige Technologien wie Solar-, Wasser- oder Windenergie. Da ein beträchtlicher Teil des weltweiten CO2-Aussstosses auf die Baubranche entfällt, ist dieses Thema für uns wichtig.

Diverse spannende Inputs gab es unter anderem zu folgenden Themen: Recycling-Beton, CO2-reduzierter Zement, Reduktion von grauer Energie, Solaranlagen, die eingefärbt werden können, Zwischenspeicherung von Strom oder die Ökobilanz von Holzbauten. Zwei vorgestellte Projekte haben uns speziell beeindruckt:

  • Thema Wiederverwendung von Bauteilen: Das Büro «in situ», wird für einen Ergänzungs-Aufbau auf dem Sulzer-Areal in Winterthur die Stahlkonstruktion eines rund 20-jährigen Gebäudes aus Basel verwenden. Zudem sind 15-jährige Fenster aus einem Gebäude aus Oberwinterthur zur erneuten Nutzung vorgesehen. Die graue Energie kann so praktisch auf Null reduziert werden.
  • Spannend ist zudem das Projekt «Homebase» in Basel: Wohnmodule werden im Rohbau mit einem mobilen Küchen/Bad-Modul übergeben. Das Gebäude kommt dank effizienter Dämmung und optimaler Ausrichtung ohne Heizung aus, der monatliche Mietszins ist 10 Franken pro Quadratmeter bei einer Raumhöhe von 3.80 Meter. Die Mietenden bauen das Innenleben selbst aus, den aktuellen Lebensumständen entsprechend. Das Haus ist an einer anspruchsvollen Lage, an einer Autobahn und wurde vornehmlich für Kunstschaffende angelegt, die Wohnen und Arbeiten kombinieren. Ob unser angedachtes «Rohbauwohnen» im künftigen Kochquartier ebensolche Nachfrage auslösen wird?

 

Erstaunt sind wir, dass sich Recycling-Beton noch nicht überall etabliert habe, obwohl seine Ökobilanz einiges besser ist und in Sachen Qualität und Ästhetik dem Original in nichts nachtsteht. Für unser «Projekt Koch» werden wir wo möglich Recycling-Beton verwenden.

Organisiert war die Veranstaltung von Wohnbaugenossenschaften Schweiz, Regionalverband Zürich, Amt für Hochbauten Stadt Zürich und der Baugenossenschaft mehr als wohnen. Vielen Dank für diesen inspirierenden Nachmittag.


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